Die Lotosweberinnen vom Inlesee

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125 USD pro laufenden Meter - damit ist Lotosstoff das teuerste Textil der Welt! In Myanmar gilt das feine Gewebe aus den Fasern des Indischen Lotos als heilig. Allein am Inlesee zwischen den grünen Hügeln des Shan-Staates beherrschen die Frauen die Kunst der Lotosweberei - und wissen sie in einer sich wandelnden Gesellschaft für sich zu nutzen.

Die 45-minütige Dokumentation macht sich auf die Suche nach den Geheimnissen rund um den heiligen Lotosstoff, der uns in eine der außergewöhnlichsten Landschaften und Lebenswelten Myanmars entführt. Denn am Inlesee spielt sich alles auf dem Wasser ab!  
Das 240 Quadratmeter große Gewässer ist die Heimat von über 100.000 Menschen, die in Pfahldörfern direkt auf dem See wohnen. Ob zum Nachbarn, zum nächsten Markt, zur Schule oder zur Arbeit - ohne die flachen Langboote geht am Inlesee gar nichts! Sogar Ackerbau wird auf schwimmenden Gärten betrieben. Über die Jahrhunderte entwickelten die Intha, die „Kinder des Sees“, ihre ganz eigenen Techniken, um auf dem Wasser überleben und wirtschaften zu können. Das einzigartige Ökosystem bietet nicht nur ideale Bedingungen für die Fischerei und Landwirtschaft, sondern ist auch der Lebensraum des Indischen Lotos. Die Wasserpflanze fühlt sich in dem flachen, schlammigen Gewässer besonders wohl und wächst wild zwischen dem dichten Grün der Wasserhyazinthen. Seit den 1920er Jahren weben Frauen am Inlesee aus ihren Fasern Lotosstoff. Was einst nur zu religiösen Zwecken hergestellt wurde und das Brot für Wenige war, hat sich durch die langsame Öffnung Myanmars in den letzten Jahren zu einem beeindruckenden Wirtschaftszweig entwickelt, von dem viele Familien leben können. Wie hat sich dadurch  das Leben der Frauen und das Handwerk der Lotosweberei verändert? Und was bedeutet das für das Ökosystem und die natürliche Ressource „Lotos“?


ARTE / MDR, 45 Minuten, 2016